Auschwitz – niemals vergessen
In der Nacht vom 26.06. zum 27.06.2011 fuhr eine Gruppe unseres Jahrgangs Q1 nach Auschwitz. Nach einer langen Busfahrt erreichten wir am Morgen unser Ziel.
Zuerst besichtigten wir das Stammlager Ausschwitz I. Wie grausam und rücksichtslos dort mit Menschenleben umgegangen wurde, zeigten uns viele Bilder und andere Zeugnisse. Die Wertsachen der Menschen, welche in das Konzentrationslager gebracht wurden, werden dort heute noch aufbewahrt und erinnern an die traurige Zeit. Vor allem die Menge an Kindersachen und Kinderschuhen zeugt von der Skrupellosigkeit der Nationalsozialisten. Um sämtliche Beweise zu vernichten, wurden im Krematorium in Ausschwitz I täglich 345 Leichen verbrannt. Die SS-Offiziere bekamen für die Ermordung der Häftlinge Prämien, wie zum Beispiel weiteren Urlaub. Anhand von Bildern und später von Tätowierungen auf Armen und Beinen wurden die Häftlinge registriert bzw. gekennzeichnet. Falls ein Sträfling aus der Sicht der SS-Offiziere unangenehm auffiel, musste er für einige Tage in einer so genannten „Straf-zelle“ verbringen. Diese Zellen waren sehr eng und enthielten nur winzige Luftschächte. Der Sträfling erreichte diese Zelle nur auf allen Vieren. Trotz des wenigen Platzes wurden oft mehrere, meist bis zu vier Menschen in eine solche Zelle gesteckt. Man kann sich diese als kleine, dunkle Kammer vorstellen. Im so genannten „Todeshaus“ wurden Hinrichtungen und Verurteilungen beschlossen. Wer dort hineinkam, verließ dieses Gebäude nicht mehr lebend. Kaum eine Person hat dort länger als ein Jahr überlebt.
Anschließend fuhren wir zum Konzentrationslager Auschwitz II Birkenau, welches zur Zeit des Nationalsozialismus das größte Vernichtungslager war. Dieser Eindruck wurde uns auch durch das riesige Areal vermittelt. Zuerst stiegen wir auf den Turm, um uns einen Überblick über das große Gelände zu verschaffen. Viele Baracken, in denen die Häftlinge schliefen, stehen zum Teil heute noch. Circa 2000 Häftlinge „bewohnten“ fünf Baracken. Sie lebten auf engstem Raum beieinander, mussten schwere Arbeiten verrichten, bekamen zu wenig zu essen und konnten ihre Kleidung nicht wechseln. Durch mangelnde Hygiene entstanden viele Krankheiten, welche oftmals zum Tod führten. Man nahm den Menschen außerdem alle Wertsachen weg und bewahrte diese auf. Des Weiteren wurde ein Waggon des Zuges ausgestellt, mit welchem man die Häftlinge ins Lager transportiert hatte.
Es war für mich persönlich ein eigenartiges Gefühl auf diesen Schienen zu laufen, zu wissen, dass hier die letzte Fahrt der Häftlinge stattgefunden hat und daran zu denken, was dort alles passiert ist. Viele Blumensträuße und Kränze wurden zur Erinnerung an die vielen Opfer niedergelegt. Zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz im Jahre 1945 wehen jedes Jahr am 27. Januar die Fahnen auf Halbmast.
Anna Theresa Claus (Q1c)